Unterschied zwischen Besitz und Eigentum

Besitz und Eigentum
Begriff Besitz nach § 854 BGB Der Besitz einer Sache wird durch die Erlangung der tatsächlichen Gewalt über die Sache erworben. Die Einigung des bisherigen Besitzers und des Erwerbers genügt zum Erwerb, wenn der Erwerber in der Lage ist, die Gewalt über die Sache auszuüben.

 

Begriff mittelbarer Besitz nach § 868 BGB Besitzt jemand eine Sache als Nießbraucher, Pfandgläubiger, Pächter, Mieter, Verwahrer oder in einem ähnlichen Verhältnis, vermöge dessen er einem anderen gegenüber auf Zeit zum Besitz berechtigt oder verpflichtet ist, so ist auch der andere Besitzer.
Eigentum nach § 903 BGB Der Eigentümer einer Sache kann mit der Sache nach Belieben verfahren und andere von jeder Einwirkung ausschließen.
Möglichkeiten der Eigentumsübertragung
Grundsatz bei beweglichen Sachen nach § 929 BGB
  1. Einigung über den Eigentumsübergang und Übergabe der Sache
  2. Einigung über den Eigentumsübergang  alleine, wenn der Erwerber bereits im Besitz der Sache ist.
Besitzkonstitut nach § 930 BGB Ist der Eigentümer im Besitz der Sache, so kann die Übergabe dadurch ersetzt werden, dass zwischen ihm und dem Erwerber ein Rechtsverhältnis vereinbart wird, vermöge dessen der Erwerber den mittelbaren Besitz erlangt (z.B. durch Miet- oder Leihvertrag).
Eigentumsübertragung nach § 931 BGB Ist ein Dritter im Besitz der Sache, so kann die Übergabe dadurch ersetzt werden, dass der Eigentümer dem Erwerber den Anspruch auf Herausgabe der Sache abtritt.
Eigentumsübertragung im guten Glauben des Erwerbers durch Unberechtigte  nach § 932 BGB Durch eine nach § 929 erfolgte Veräußerung wird der Erwerber auch dann Eigentümer, wenn die Sache nicht dem Veräußerer gehört. Der Erwerber ist  n i c h t  im guten Glauben, wenn ihm bekannt oder infolge grober Fahrlässigkeit unbekannt  ist, dass die Sache nicht dem Veräußerer gehört, z.B. Verkauf eines Pkw ohne Aushändigung der Zulassungsbescheinigung 1 und Zulassungsbescheinigung 2.
Kein gutgläubiger Erwerb von abhanden gekommenen Sachen nach § 935 BGB
  1. Kein Erwerb von Sachen, die dem Eigentümer gestohlen oder verloren gegangen oder abhanden gekommen sind.
  2. Ausnahme: Geld oder Inhaberpapiere, versteigerte Sachen

 

Eigentumserwerb an gefundenen Sachen nach § 965 ff. BGB
  1. Anzeige des Fundes durch den Finder nach § 965 BGB
  2. Verwahrungspflicht des Finders nach § 966
  3. Ablieferungspflicht nach § 967
  4. Eigentumserwerb des Finders nach § 973 BGB mit Ablauf von 6 Monaten nach Anzeige des Fundes bei der zuständigen Behörde

 

Eigentumserwerb an Grundstücken nach §§ 873 und 925 BGB Erwerb durch Einigung und Eintragung nach § 873 BGB: Zur Übertragung des Eigentums an einem Grundstück ist die Einigung des Berechtigten und des anderen Teils über den Eintritt der Rechtsänderung und die Eintragung der Rechtsänderung in das Grundbuch erforderlich.

Auflassung: Die zur Übertragung des Eigentums an einem Grundstück nach § 873 erforderliche Einigung des Veräußerers und des Erwerbers muss bei gleichzeitiger Anwesenheit beider Teile vor einer zuständigen Stelle erklärt werden. Zur Entgegennahme der Auflassung ist jeder Notar zuständig.

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